Brandenburg ist ungefähr 839-mal besser als sein Ruf. Wer glaubt, „Och, da ist es doch nur langweilig und flach und sandig“, lässt sich was entgehen: wunderbare naturnahe Landschaften mit enorm hohem Erholungswert nämlich. Ein prima Einstieg für Brandenburg-Anfänger ist der gut ausgeschilderte und nicht zu lange „Salzweg“ im Naturpark Dahme-Heideseen. Der Ausflug lässt sich mit ausgiebigem Eisessen, Baden oder einem Besuch in der nahen Therme verbinden.

Der Salzweg bei Storkow

Der gut acht Kilometer lange Rundkurs beginnt am Storkower Bahnhof. Der Ort Storkow – einer der ältesten in Brandenburg – liegt gut 60 km südöstlich von Berlin und ist mit PKW und Öffentlichen gut erreichbar.  Der gut markierte Wanderweg führt durch die Luchwiesen, an einer geologisch und botanisch bedeutenden Binnnensalzstelle, und der Spitze der Groß Schauener Seenkette vorbei. Er bringt die Wandernden zur Burg Storkow, die auch das Naturparkzentrum beherbergt, und schließlich wieder zurück zum Bahnhof.

Das charakteristische "Gruu-Gruu" der Kraniche begleitet Wanderne in dieser Region fast zu jeder Jahreszeit.

Das charakteristische „Gruu-Gruu“ der Kraniche begleitet Wandernde in dieser Region fast zu jeder Jahreszeit. Mit etwas Glück sieht man die scheuen Vögel unterwegs auch.

Wer den Salzweg wandern möchte, tut gut daran, sich ein Fernglas einzustecken, denn der Weg ist ideal für die Vogelbeobachtung. An der Strecke gibt es auch einen etwa acht Meter hohen Aussichtsturm, von dem aus man die Salzwiesen und die Groß Schauener Seenkette überblicken kann.

Die feuchten Salzwiesen, durch die der Weg führt, sind etwas Besonderes. Dort wachsen typische Salzpflanzen, wie man sie sonst nur von der Küste kennt, und die offene Landschaft ist der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Das Salz, das die Landschaft und vor allem die Vegetation prägt, ist gut 250 Millionen Jahre alt.

Infotafel an den Luchwiesen.

Infotafel an den Luchwiesen. In der Fahrspur könnte man beim Darüberwandern salzige Ausblühungen erkennen.

Durch Beschädigungen der dicken Tonschicht, die den gigantischen Salzstock sonst fast überall abschirmt, wird es hier vom Grundwasser nach oben befördert. Heute gibt es in Europa nur noch sehr wenige solcher Gebiete, die unberührt sind. Deswegen steht das Gebiet auch unter Schutz. Vier Infotafeln entlang des Weges verraten mehr über die Besonderheiten der salzigen Landschaft und ihrer (tierischen) Bewohner.

Unterwegs treffen Sie auf diese Fellriesen. Trotz imposanter Hörner sind die Tiere sehr ausgeglichen, wie man am gemeinschaftlichen Apfelverzehr sieht.

Unterwegs trifft man auf diese Fellriesen. Trotz imposanter Hörner sind die Tiere sehr ausgeglichen, wie man am gemeinschaftlichen Apfelverzehr sieht. Sie arbeiten als Landschaftspfleger.

Kranichheimat.

Kranichheimat.

Der Blutweiderich ist keine typische Salzpflanze, gehört aber in wasserreiche Gebiete. beliebt bei Schmetterlingen!

Der Blutweiderich ist keine typische Salzpflanze, gehört aber in wasserreiche Gebiete wie dieses. Beliebt bei Schmetterlingen! (Danke an Petra Berthold für die Hilfe beim Bestimmen.)

 Tipps und Service

Sommerwandernde – Handtuch nicht vergessen!  Die nächstgelegenen Badestellen.

Winterwandernde – Handtuch ebenfalls nicht vergessen – die Therme in Bad Saarow ist nicht weit.

Brandenburgische Gastronomie: In Storkow selbst gibt es einige passable Restaurants – gehobener etwa das Bohem13 am Markt, rustikal die Storchenklause („Schnitzel Hawaii“!) – und eine herrliche Retro-Eisdiele (& weitere Adressen). Unterwegs findest Du gleich zwei Fischlokale, die Köllnitzer Fischerstuben und den Aalhof Gödicke.

Anreise per Öffis: Mit der schnuckeligen Privatbahn NEB, Linie 36, ab Königs Wusterhausen.

Man braucht sie nicht wirklich, aber wenn, dann diese Wanderkarte. Und eine Tourenbeschreibung vom Deutschen Alpenverein (PDF)!